Donnerstag, 9. Oktober 2014

Toskana: Disneyland läßt grüßen

Endlich bin ich dort, wo schon unzählige deutsche Lehrer - pensioniert oder noch aktiv im Schreckensalltag an der Schule - ihre Spuren hinterlassen haben. Doch statt mit in Würde ergrauten, bebrillten "Silver Agern" aus Good Old Germany durch die Toskana zu stampfen und über Weine, Oliven und Crostini zu philosophieren, werde ich mit reiselustigen und vor allem phonstarken Amerikanern konfrontiert. Keine Stadt (Siena), kein Bergdorf (Name unwichtig) - wo nicht aus den Gassen und Restaurants Halbsätze wie "Oh, how lovely" oder "That's so (fucking) old" entgegenschallt. Nach vier Tagen Toskana habe ich gerade mal vier Worte Italienisch gelernt - denn auch unser "Hotelchef" Fulvio spricht mit uns englisch. Aus lauter "Verzweiflung" solidarisieren wir uns mit den einzigen holländischen Gästen unserer wunderschönen Unterkunft - die besagtem Fulvio gehört - und lästern über diese kaugummikauende Invasion ins einst so schöne - sonst doch (hallo Klischee) von Deutschen "okkupierte" - Toskana-Idyll. Und wir lernen von den holländischen Tischnachbarn: In den vergangenen Jahren waren noch nicht so viele US-Touris vor Ort. Wo kommen die plötzlich alle her? Gab es da Sondertarife für gut situierte gelangweilte, kultivierte Ü60-Oldies mit amerikanischem Pass? Wir haben es nicht herausgefunden - aber auf Elba und im Piemont waren sie nicht:-)) Vielleicht nächstes Jahr - wenn die US-Reise-Herbstsaison 2015 mit dem Angebot "Elba in 4 days - diner with Napoleon" oder ähnlichem lockt. Egal, zumindest hat sich der Urlaub als Englisch-Auffrischungskurs bewährt.

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